TOO YOUNG TO DIE: Natalie Wood – Die Macht der Prophezeiung

"Too young to die" auf Arte: Natalie Wood, Sharon Tate, Heath Ledger, Wladimir Wyssozki (v.l.)

„Too young to die“ auf Arte: Natalie Wood, Sharon Tate, Heath Ledger, Wladimir Wyssozki (v.l.)

Ein Film von Annette Baumeister

Samstag, 22. Februar 2014, 22.15 Uhr, Arte

Der tragische Tod von Natalie Wood gehört zu den großen Hollywood-Legenden. Bis heute halten sich Verschwörungstheorien, dass es sich bei ihrem tödlichen Bootsunfall vor dreißig Jahren um Totschlag gehandelt hat. Jahrzehnte vor Michael Jackson, Britney Spears oder Justin Bieber ist Natalie Wood ein von den Eltern gemachter Teeniestar. Ein Idol für jedes Kinderzimmer – auf Postkarten und Postern. Und auf dem Bankkonto eine Lebensversicherung für die ganze Familie.

Es gibt eine Prophezeiung, mit der Natalie und ihre Schwester Lana groß werden: „Meine Mutter hat von einer Kartenlegerin zwei Dinge gesagt bekommen, die unser Leben bestimmt haben: Erstens werde sie eine weltberühmte und wunderschöne Tochter haben. Und zweitens werde sie in einem „dunklen, tiefen Gewässer sterben“, berichtet Lana Wood. Maria Gurdin meidet von da an das Meer und gibt die Angst an ihre Tochter Natalie weiter. Noch nie gezeigtes Archivmaterial, das die Schauspielerin am Strand und im Pool zeigt, lässt diese Angst erahnen.

Auch den anderen Teil der Prophezeiung nimmt die Mutter ernst. So ernst, dass sie ihre Lebensaufgabe daraus macht: Im Alter von sieben Jahren wird Natalie Wood berühmt. Bis zu ihrem sechzehnten Lebensjahr spielt sie in über zwanzig Kinoproduktionen und unzähligen Fernsehserien mit. Die Mutter kassiert das Geld und bestimmt den Drehplan. In diesen Jahren gehört Natalie Wood allen – der Mutter, den Studiobossen und der Nation – nur nicht sich selbst. In unzähligen Filmen verkörpert sie das nette amerikanische Mädchen. Andere Rollen lässt ihre Mutter nicht zu. 1955 fällt Natalie das Drehbuch „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ in die Hände. Der Film wird zu einem Wendepunkt in ihrem Leben, privat und beruflich.

Gleichzeitig himmelt sie den acht Jahre älteren Filmbeau Robert Wagner an, mit achtzehn Jahren trifft sie ihn zum ersten Mal. Aus Schwärmerei wird Liebe. 1957 heiratet das Paar auf einer Yacht. Es sind kurze Jahre des Glücks. Das Paar sorgt wöchentlich für Schlagzeilen. Doch die Ehe zerbricht an beiderseitigen Seitensprüngen. Natalie kommt nach der Scheidung mit dem Leben nicht mehr zurecht, wie Freundinnen Natalies und Schwester Lana berichten. Sie trinkt, schluckt Pillen, geht mehrmals die Woche zum Psychiater und begeht einen Selbstmordversuch. Nach zahlreichen Affären mit diversen Hollywoodgrößen findet sie Halt beim Regisseur Richard Gregson, den sie 1969 heiratet und der der Vater ihrer ersten Tochter Natasha ist. Kaum ist das Baby auf der Welt, lässt sich Natalie Wood von Gregson scheiden. Die Gründe liegen bis heute im Dunkeln. Sind es die Seitensprünge ihres Gatten oder ist es die neu entflammte Liebe zu ihren Ex-Mann Robert Wagner? 1972 heiraten Robert Wagner und Natalie Wood zum zweiten Mal und bekommen eine gemeinsame Tochter.

Was an Bord der Yacht „Splendour“ am Thanksgiving-Wochenende 1981 passiert, gibt bis heute Anlass zu Spekulationen. Nur eines ist sicher: In der Nacht stürzt Natalie Wood ins Meer und ertrinkt. „Ihr ganzes Leben lang, hatte sie diese fürchterliche Angst zu ertrinken. Ich habe darüber immer nur gelacht. Als es dann geschah, war ich praktisch ohnmächtig“, sagt ihre Schwester Lana heute. Natalie Woods Tod bleibt mysteriös und kann bis heute nicht aufgeklärt werden.