2014 – Der BROADVIEW-Jahresrückblick

2014 war ein ganz besonderes Jahr für BROADVIEW TV. Nicht nur lief unser zweiter Kino-Dokumentar-Film „Nowitzki. Der Perfekte Wurf.“ erfolgreich im Kino und wurde mit vielen Gaststars auf seiner Premiere gefeiert. Niemals zuvor liefen außerdem in einem Jahr so viele Dokumentationen von uns im Fernsehen. Darunter Produktionen wie „Breath of Freedom“ oder „Die Aldi-Story“, auf die wir sehr stolz sind und in die wir sehr viel Energie und Leidenschaft gesteckt haben.

Doch auch große historische Daten des Jahres wurden wieder einmal Teil unserer Firmengeschichte: Mit „Sarajevo – Der Weg in die Katastrophe“ und „Zug in die Freiheit“ konnten wir zwei viel beachtete Dokumentationen zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs und zur deutschen Wiedervereinigung vorlegen.

Die BROADVIEW-Redakteure erinnern sich an ihre Highlights aus einem der spannendsten Jahre unserer Firma:

1. Januar: Aufbruch in die Krise

Aufbruch in die Krise

Aufbruch in die Krise

In Zusammenarbeit mit den Kölner Stadt-Anzeiger eröffnen wir das Jahr mit unserer ersten großen Online-Dokumentation. In „Aufbruch in die Krise“ führen wir Material aus unseren Produktionen „1913 – Der Tanz auf dem Vulkan“ und „Sarajevo – Der Weg in die Katastrophe“ zusammen und erzählen interaktiv, wie es zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs kommen konnte. Mit „Aufbruch in die Krise“ besetzen wir bereits zu Beginn des Jahres eines der wichtigsten Themen für 2014 und wagen eine ganz neue Form der Dokumentation, die wir zu unserem Film „Zug in die Freiheit“ mit der Online-Story „Des Bürgers lange Reise“ im September noch einmal wiederholen sollen.

Sehen Sie hier unsere Online-Story „Aufbruch in die Krise“.

17. Februar: „Breath of Freedom“ im amerikanischen Fernsehen

Breath of Freedom

Breath of Freedom

Sogar die New York Times berichtet, als am 17. Februar unsere Dokumentation „Breath of Freedom“ auf dem amerikanischen Smithonian-Channel, der den Film koproduziert hat, zu sehen ist. „Breath of Freedom“, unsere erste amerikanische Co-Produktion, erzählt von schwarzen GIs, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland eine Gesellschaft kennenlernen, in der sie mehr Rechte als zu Hause haben.

BROADVIEW-Producer Lukas Hoffmann erinnert sich an die Produktion: „Im Laufe dieser doch recht aufwendigen Produktion sind wir vielen wundervollen Menschen begegnet. Ich denke, es war die letzte Chance die unglaubliche Geschichte dieser Veteranen festzuhalten. Der Film schlägt nicht nur eine wichtige transatlantische Brücke, er schärft die Sinne für die nach wie vor größten gesellschaftlichen Probleme: Rassismus und Diskriminierung. Gerade vor den aktuellen Ereignissen in den USA ist der Film relevanter denn je.“ 

Sehen Sie hier „Breath of Freedom“.

22. Februar/15. März/9. August: TOO young TO DIE geht in die zweite Staffel

Mit den Filmen „Natalie Wood – Die Macht der Prophezeihung“ (22.2.), „Wladimir Wyssozki – Zu viel Leben“ (15.3.) und „River Phoenix – Der scheue Star“ (9.8.) geht unsere Arte-Reihe „TOO young TO DIE“ in die zweite Staffel.

BROADIVEW-Redakteurin Annebeth Jacobsen mag die Reihe besonders: „Die Filme der 2. Staffel ,TOO young TO DIE’ waren für mich das persönlich Highlight des Jahres 2014. Es ist einfach eine wunderschöne Reihe, in der man sich mit viel Zeit und einem großen Maß an künstlerischer Freiheit der Geschichte einer einzelnen, faszinierenden Persönlichkeit widmen kann.“

Sehen Sie hier „Wladimir Wyssozki – Zu viel Leben“.

Sehen Sie hier „River Phoenix – Der scheue Star“.

19. März: Der seltsame Herr Gurlitt

Cornelius Gurlitt privat

Cornelius Gurlitt privat

Ganz nah am Puls der Zeit sind wir im März mit unserer Dokumentation „Der seltsame Herr Gurlitt“. Nur zwei Monate vor seinem Tod analysieren wir in dem Film die genauen Hintergründe des vermeintlichen Kunst-Skandals, der die Feuilltons wie kein anderes Thema in diesem Jahr beschäftigt.

Annebeth Jacobsen erinnert sich an die Produktion: „2014 begann für uns ziemlich turbulent: In Rekordzeit haben wir in den ersten Wochen des Jahres ,Der seltsame Herr Gurlitt’ für Arte produziert – Zeitzeugen und Experten angefragt, gedreht, geschnitten und bis zum letzten Tag immer weiter recherchiert. Dass der Film dann auch so differenziert in der Berichterstattung aufgenommen wurde, hat uns besonders gefreut.“

Sehen Sie hier „Der Seltsame Herr Gurlitt“.

28. April: Sarajevo – Der Weg in die Katastrophe

100 Jahre Erster Weltkrieg. Angeheizt durch den Sachbuch-Bestseller „Die Schlafwandler“ von Christoper Clark wird in allen Medien der Ausbruch des ersten großen Krieges unserer Zeit diskutiert. Mit dem Film „Sarajevo – Der Weg in die Katastrophe“, in dem wir das Attentat auf Erzherzog Franz Ferdinand in aufwendigen Animationen rekonstruierten, leisten wir unseren Diskussions-Beitrag.

BROADVIEW-Redakteur Thorben Bockelmann: „Geschichte wiederholt sich. 100 Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs steigen plötzlich die politischen Spannungen zwischen Russland und dem Westen. Die Recherche zum ZDF-Dokumentarfilm ,Sarajevo – Der Weg in die Katastrophe’ und die politischen Auseinandersetzungen führte uns 2014 vor Augen, wie wichtig es ist, aus Fehlern der Vergangenheit zu lernen und das Frieden auch in Europa keine Selbstverständlichkeit ist.“

 20. Juni: BROADVIEW lädt zum Emmy-Cocktail

Auch in diesem Jahr veranstalten wir den traditionellen „Emmy-Cocktail“, bei dem die deutschen Jurys für den International Emmy tagen. Der WDR berichtet:

Lokalzeit aus Köln Emmy from BROADVIEW TV on Vimeo.

5. August: Königliches im ZDF

In unserer Reihe „Königliche Dynastien“ gehen wir im August den Spuren der russischen Herrscherdynastie Romanow nach.

Thorben Bockelmann über „Königliche Dynastien – Die Romanows“: „Russland und die Zarenfamilie. Eine Reise, die uns viele hundert Jahre tief in die Geschichte des Russischen Zarenreichs, zurückführte. Eine Geschichte reich an Glanz, Ruhm und Legenden aber auch geprägt von Armut, Unterdrückung und Krieg.  Es waren diese Gegensätze die uns sowohl faszinierten als auch erschaudern ließen. ,Königliche Dynastien – Die Romanows’ ist ein Film über das einst mächtigste Land der Erde und über die Vergänglichkeit von Macht.“

Sehen Sie hier „Königliche Dynastien – Die Romanows“.

16. September: „Der Perfekte Wurf“ in Köln

Nowitzki Poster

Das offizielle Plakat zum Kinostart am 18. September

Das BROADVIEW-Highlight des Jahres. Mit „Nowitzki. Der Perfekte Wurf.“ startet nach „KLITSCHKO“ unsere zweite große Sport-Kino-Dokumentation. Zur Premiere im Cinedom in Köln finden sich viele Prominente am roten Teppich ein: Darunter auch die Mannschaft des 1. FC Kölns und die Dallas Mavericks. Auch Dirk Nowitzki selbst ist mit seiner Familie zu Gast, nachdem er stolz seinen Kino-Film in Sendungen wie „TV Total“ oder der „Sportschau“ promotet hat.

Presse und Publikum nehmen den Film begeistert auf:

Ein mitreißender Dokumentarfilm (…). (…) Der Perfekte Wurf erzählt viel Privates über Dirk Nowitzki. Aber vor allem hat Der Perfekte Wurf das, was ein Sportlerportrait packend macht: Spannung, Versagen, herbe Niederlagen und Triumphe. (…) Dieser Kerl mit Schuhgröße 54: Ein echter Sympathieträger. Auch wenn er kein bisschen singen kann.

(ZDF ASPEKTE)

„Seinen“ Film hat Nowitzki noch nicht in voller Länge gesehen. Er weiß noch nicht, was NBA-Größen wie Kobe Bryant, Steve Nash, Michael Finley, seine Eltern, ehemalige Wegbegleiter, seine Frau Jessica und sein Mentor, Manager und Förderer Holger Geschwindner über ihn erzählen. „Das hebe ich mir auf, ich will den Film zusammen mit den Fans sehen“, erklärte Deutschlands bester Basketballer.

(Focus Online)

Diesen erstaunlichen Aufstieg von “Dirkules” beschreibt der Film mit eindringlichen Szenen und Interviews.

(sueddeutsche.de)

3. Oktober: Ein Zug zum Mauerfall

Zug in die Freiheit

Zug in die Freiheit

25 Jahre Mauerfall. Mit „Zug in die Freiheit“ nähern wir uns dem Thema von einer ganz besonderen Seite an. Zum ersten Mal wird ausführlich die Geschichte der Botschaftsflüchtlinge erzählt, die 1989 aus der Prager Botschaft in Zügen durch die DDR nach Westdeutschland flohen. Der Film erregt viel Aufmerksamkeit und wird unter anderem auch auf Wunsch von Angela Merkel auf der CDU-Veranstaltung „Wie erinnern wir? 25 Jahre nach dem Mauerfall“ gezeigt. Durch den Film „Mein Zug in die Freiheit“ und die Online-Story „Des Bürgers lange Reise“ bekommt die Dokumentation sogar zwei Ableger.

BROADVIEW-Redakteurin Nadja Lischewski begleitete die komplette Produktion dieser außergewöhnlichen Dokukemtation. Sie erinnert sich: „ Für das Projekt ,Zug in die Freiheit’ habe ich mit vielen Menschen sprechen dürfen, die einen der bedeutendsten Momente der deutsch-deutschen Geschichte miterlebt haben: Ehemalige Botschaftsflüchtlinge haben mir erzählt, wie es sich anfühlte, als  Hans-Dietrich Genscher auf dem Balkon der Botschaft die Rede hielt, deren letzte Worte im Jubel untergingen. Diplomaten haben beschrieben, wie sie die vorangegangenen Verhandlungen erlebt haben und wie es sich anfühlte, schließlich einen der Züge durch die DDR zu begleiten. Familien haben mir erzählt, wie sie sich bei der Flucht  aus der DDR verloren und schließlich am Bahnhof in Hof wiedergefunden haben. Und drei Männer, die damals in der DDR auf einen der Züge aufgesprungen sind, haben sich durch unseren Film nach 25 Jahren zum ersten Mal wiedergesehen.  All diese und viele weitere Geschichten in dem Film zu einer großen Geschichte verschmelzen zu sehen, war mein schönster Jobmoment 2014.“

Sehen Sie hier „Zug in die Freiheit“.

Hier geht es zum Online-Projekt „Des Bürgers lange Reise“.

9. Dezember: Die Aldi-Story

Die Aldi-Story

Die Aldi-Story

Unsere letzte große Dokumentation im Jahr 2014 heißt „Die Aldi-Story“. So detailliert wie in keinem Film zuvor blicken wir hinter die Entstehungsgeschichte und die Mechanismen des Aldi-Konzerns.

BROADVIEW-Redakteurin Vera Bertram betreute das Projekt: „Die Aldi-Story: Das war für mich vor allem ein großartiges Beispiel dafür, was sich mit einem tollen Team gemeinsam realisieren lässt – trotz aller Hürden, die sich während so eines Projekts zwangsläufig auftürmen. Wenn am Ende nach monatelanger Arbeit das Sendeband ausgespielt wird, ist das immer wieder ein geradezu magischer Moment.“

 

Wir danken allen unseren Zuschauerinnen, Zuschauern, Partnerinnen und Partnern für die tolle Zusammenarbeit im Jahr 2014 und wünschen allen einen guten Rutsch ins neue Jahr! Auch 2015 warten wieder viel spannende Themen und Geschichten auf uns!

Mein Zug in die Freiheit – Interview mit Matthias Schmidt

Unsere Dokumentation „Zug in die Freiheit“ ist bereits erfolgreich in der ARD und auf Arte gelaufen. Am 2. November ist der Film erneut im Fernsehen zu sehen: Um 20.15 Uhr im MDR. Am 4. November folgt um 22 Uhr – ebenfalls im MDR – ein kleines Experiment: Zum ersten Mal haben wir zu einer unserer Dokumentationen ein „Spin Off“ produziert. Im 45-minütigen Film „Mein Zug in die Freiheit – Was wurde aus den Prager Botschaftsflüchtlingen?“ begleitet der Regisseur Matthias Schmidt acht Protagonisten aus seinem Film „Zug in die Freiheit“. Die ehemaligen DDR-Bürger erzählen, was nach ihrer persönlichen Stunde null, nach dem Moment, als sie aus einem der Züge aus Prag stiegen und bundesdeutschen Boden betragen, in ihrem Leben passierte. Haben sich ihre Erwartungen vom Leben im Westen erfüllt? Wo und wie leben sie heute? Haben sie Ihre Ziele erreicht oder sind ihre Träume zerplatzt? 

Matthias Schmidt

Matthias Schmidt, Regisseur von „Mein Zug in die Freiheit“

Für Matthias Schmidt, der schon zahlreiche Filme für uns gemacht hat, war „Zug in die Freiheit“ und „Mein Zug in die Freiheit“ eine ganz besondere Erfahrung. Darüber haben wir mit ihm im Interview gesprochen.

Lieber Matthias, du hast in diesem Jahr zusammen mit Sebastian Dehnhart den Film „Zug in die Freiheit“ gedreht. Alleine hast du für „Mein Zug in die Freiheit“ Protagonisten des Films noch einmal besucht. Warum lässt dich das Thema nicht los?

Das Thema lässt tatsächlich nicht los. Das haben Sebastian Dehnhardt und ich gemerkt, als wir gemeinsam im Schnitt saßen. Da haben wir zum wiederholten Male die berühmte Passage der Geschenscher-Rede gehört – „Wir sind gekommen, um Ihnen heute Ihre Ausreise…“ und so weiter. Wir stellten fest, dass wir erneut Gänsehaut bei dem Satz bekamen. Die Ausreise der Prager Botschaftsflüchtlinge ist eine unglaublich emotionale Geschichte. Und wir konnten sie in „Zug in die Freiheit“ emotional erzählen, weil die Menschen bereit waren, uns in langen Gesprächen diesen wichtigen Teil ihres Lebens zu schenken. Leider konnten wir nicht alle ihre Geschichten so ausführlich erzählen, wie sie es verdient hatten. Da hat es mich gefreut, dass der MDR uns die Möglichkeit gab, mit „Mein Zug in die Freiheit“ manche Story noch zu vertiefen. Etwa die von Melanie Stütz, die als zehnjährige mit ihrem Vater die Flucht antrat und im Westen dann mit ihrem Mann eine Weltreise in einem Traghubschrauer gemacht hat. Sie hat also das ultimative Freiheitsgefühl ausgekostet. Wir treffen auch Jens und Jörg wieder, die in Reichenbach auf den Zug aufgesprungen sind und für deren spektakuläre Story in „Zug in die Freiheit“ einfach nicht genug Erzählzeit da war. Spannend ist, dass alle acht Schicksale, die wir erzählen, am gleichen Punkt starten – vor 25 Jahren am Bahnhof des bayerischen Örtchens Hof. Und doch machten sie ganz unterschiedliche Erfahrungen.

Melanie Stütz

Melanie Stütz und ihr Mann reisten im Traghubschrauber um die Welt.

Sind die meisten Flüchtlinge im Westen geblieben? Oder sind viele auch in den Osten zurückgekehrt?

Sowohl als auch. Einen Trend gibt es nicht. Viele haben im Westen genau das gefunden, was sie gesucht haben und haben hier Wurzeln geschlagen. Einige sind aber auch in den Osten zurückgekehrt. Darum geht es aber auch nicht wirklich. Vielmehr geht es mir darum, Lebensgeschichten lebendig zu machen. Denn Roman Herzog hatte schon ganz recht, als er einmal sagte: „Erzählt euch eure Lebensgeschichte, das ist ein guter Weg“. Das müssen wir jetzt tun. Wir müssten uns unsere Lebensgeschichten erzählen, um das Bild unserer Geschichte zu komplettieren. Denn leider war „Der Zug in die Freiheit“ in den letzten 25 Jahren ja nur eine Fußnote in der Aufarbeitung der Wiedervereinigung.

Christian Bürger

Der DDR-Flüchtling Christian Bürger vor dem „Landgasthof“, wo er heute arbeitet.

Wie hast du die Reaktion auf „Zug in die Freiheit“ erlebt? Vor allem die der Protagonisten?

Christian Bürger, mit dem ich mittlerweile auch befreundet bin, hat damals nach dem Interview für den Film erschöpft gesagt: „Du hast mich aber ganz schön gequält.“ Ich will natürlich niemanden quälen, aber Vergangenheitsbewältigung tut leider immer ein wenig weh. Doch es lohnt sich. Wir hatten tolle öffentliche Vorführungen – etwa in Prag vor 2.500 Menschen, wo der Film sehr emotional aufgenommen wurde und viele ehemalige Flüchtlinge sich von ganzem Herzen bedankt haben. Das wusste ich, dass sich der Schmerz und all die Arbeit ausgezahlt hatten. Ein absolutes Highlight war natürlich eine Vorführung in Prag mit mehreren hundert Botschaftsflüchtlingen vor dem berühmten Balkon. „Mein Zug in die Freiheit“ soll noch einmal ein letztes Dankeschön an all die Menschen sein, die sich uns so weit geöffnet und an ihrem Schicksal haben teilhaben lassen.

Endlich! Der Zug in die Freiheit im Fernsehen!

Zug in die Freiheit

Der Zug in die Freiheit kommt an!

Nach monatelangen Recherche-und Dreharbeiten freuen wir uns Euch heute (30. September) endlich unseren Dokumentarfilm „Zug in die Freiheit“ zeigen zu können!

Anlässlich des 25. Jahrestages des Mauerfalls wird er morgen um 20:15 auf Arte erstausgestrahlt.

Mit den Zeitzeugen stehen wir bis heute in engem Kontakt. In „Zug der Freiheit“ erinnern sie sich an das Jahr 1989 in dem tausende DDR-Bürger über die Prager Botschaft nach Westdeutschland flüchteten und eine Reise antraten, von der sie nicht wussten ob es vielleicht ihre letzte sein wird. „Tod oder Flucht“ hatte sich Christian Burger im Sommer 1987 gesagt.  Arzt Eckhardt Kibbel blickt zurück auf die katastrophalen Zustände in der überfüllten Prager Botschaft und die Anweisung die Tore aufgrund der schlechten hygienischen  Bedingungen zu schließen.  Bei Minusgraden und Regen warten tausende DDR-Flüchtlinge vor der Botschaft. Eckhardt Kibbel holt die Kleinkinder hinein. „Allerdings von der Mutter getrennt. Und das ist auch das Verrückte. Die haben die uns gegeben ohne zu murren. Das muss man sich mal vorstellen. Nur weil wir die Westdeutschen waren konnten wir das angeblich. Das ist total verrückt.“

Zug in die Freiheit ist ein Film über deutsch-europäische Geschichte, zu Ehren der tausendenden DDR-Bürger und Helfer, die durch ihren Mut und Zusammenhalt zur Revolution 1989 und zur deutschen Wiedervereinigung beigetragen haben.

Wir haben lange daran gearbeitet und freuten uns deshalb ganz besonders als wir gestern die Süddeutsche Zeitung aufschlugen:

„Zug in die Freiheit zeigt genügend Respekt vor dem realen Spektakel dieser Reise, der Film mindert dessen erzählerischen wert nicht mit Dramaturgischen Verrenkungen. Auch die Auswahl der Zeitzeugen ist von Wert, nicht zuletzt, wie diese die Zugfahrt und ihre vielen kritischen Momente nicht romantisieren.“

Wir sind gespannt auf Eure Meinungen!

Zug in die Freiheit, am 30. September um 20.15 Uhr auf Arte, am 3. Oktober um 18.30 Uhr im Ersten und am 2. November um 20.15 Uhr im MDR.

Der Zug in die Freiheit in Berlin und online

Am 2. November wir unser Film „Zug in die Freiheit“ um 20.15 Uhr im MDR gezeigt. Schon gestern lud der Sender zur großen Preview der aufwühlenden Dokumentation in die Berliner Vertretung des Freistaates Sachsen. Die MDR-Intendantin Prof. Dr. Karola Wille und Staatssekretär Erhard Weimann empfingen Regisseur Sebastian Dehnhardt, der zum ersten Mal seit den Dreharbeiten wieder auf Christian Bürger und Jens Hase traf. Die beiden DDR-Flüchlinge haben maßgeblich zur Entstehung des Films beigetragen und erzählen in „Zug in die Freiheit“, wie sie 1989 mit mehrere tausend anderen Flüchtlingen aus der Deutschen Botschaft Prag mit Zügen in die BRD gefahren sind. Eine spektakuläre Massenausreise quer durch die DDR.

Christian Bürger, Sebastian Dehhardt und Jens Hase

Christian Bürger, Sebastian Dehnhardt und Jens Hase

Christian Bürgers Geschichte wird auch in einem Online-Special zum Film nacherzählt. In Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt veröffentlichen wir unter blog.broadview.tv Tagebucheinträge, die auf den Erinnerungen von Christian Bürger basieren und von ihm autorisiert wurden. Angereichert werden die Texte mit interaktiven Grafiken und Ausschnitten aus dem Film „Zug in die Freiheit“.

Zug in die Freiheit ist am 30. September um 20.15 Uhr auf Arte, am 3. Oktober um 18.30 Uhr in der ARD und am 2. November um 20.15 Uhr im MDR zu sehen.

Unser „Zug in die Freiheit“ bewegt sich

Wir haben Großes vor: Unser Dokumentarfilm „Zug in die Freiheit“ soll mit aufwendigen Spielszenen bereichert werden. Nach vielen Monaten der Vorbereitungen, in denen wir feststellten, dass eine Zeitreise zurück ins Jahr 1989 sehr anstrengend ist, konnten wir die Dreharbeiten schließlich erfolgreich abschließen.

Die Dokumentation erzählt die Geschichte von über 10.000 DDR-Flüchtlingen, die 1989 die Botschaft in Prag besetzten und schließlich in die BRD ausreisen durften. Für die Dreharbeiten wurde eine originale Lok der DDR-Reichsbahn mitsamt Waggons in den kleinen Ort Pretzsch in Sachsen-Anhalt gebracht.

Set "Zug in die Freiheit"

Für die Dreharbeiten wurde eine originale DDR-Lok ans Set geholt.

Durch das sonst sehr verschlafenen aber idyllisch an der Elbe gelegene Örtchen fahren nur selten Züge. Doch das Filmteam rückte an dem Pretzscher Bahnhof mit einem Zug aus der Zeit der 80er Jahre an. Die Crew, die Schauspieler, die über 50 Komparsen, Hunde, Kinder, Kinderwagen, Militärfahrzeuge, Trabbis und Motorräder brachten ein buntes Treiben an den kleinen Bahnhof und erregten schnell die Aufmerksamkeit der Anwohner. Da die Flüchtlingszüge meistens nachts unterwegs waren, musste nach Einbruch der Dunkelheit gedreht werden.

Das Bahnhofsgelände Pretzsch wurde zwischenzeitlich zur Disko, zum Verhörzimmer und zum Büro von Stasi-Mitarbeitern. Kostüm und Maske nisteten sich in ein altes verlassenes Fabrikgebäude in der Nähe des Bahnhofs ein.

Matthias Schmidt und Sebastian Dehnhardt

Die Regisseure Matthias Schmidt (links) und Sebastian Dehnhardt.

Unter Regie von Sebastian Dehnhardt und Matthias Schmidt setzten sich Zug und Team immer wieder in Bewegung. Dem Zuschauer sollen die Geschehnisse in und um den geschichtsträchtigen Zug so realistisch wie möglich vermittelt werden. Wir haben das Gefühl, die Zeitreise ist uns gelungen.

Am 30. September wird „Zug in die Freiheit“ um 20:15Uhr auf Arte ausgestrahlt.