Pionier auf vier Rollen

Wer sich in Deutschland ein Skateboard kauft, der hat es mit hoher Wahrscheinlichkeit von Titus. Über 40 Jahre lang hat Titus Dittmann sich mit der Titus GmbH ein internationales Unternehmen aufgebaut, das seit 6 Jahren sein Sohn Julius weiterführt. Wie kein Zweiter prägte Titus die Skateboardszene in Deutschland. Nachdem seine Firma Mitte der 90er Jahre noch einen 95-prozentigen Marktanteil hatte, durchlebte er wenig später eine schwere Krise. Auch diese bewältigte er.

Unser Drehteam mit Pionier Titus (r.) ©BROADVIEW TV

Unser Drehteam mit Pionier Titus (r.) ©BROADVIEW TV

Heute tourt Titus mit skate-aid um die Welt. Die Organisation hilft sozial benachteiligten Kindern und Flüchtlingskindern und beweist, wie viel Freude auch heute noch in dem Rollbrett steckt – Diese Woche haben die Dreharbeiten zur Dokumentation für den WDR in der Reihe „Doku am Freitag“ begonnen.  Nach Mildred Scheel, Heinz Nixdorf und Karl Ludwig Schweisfurth ist Titus Dittmann der vierte Pionier aus NRW, den wir vorstellen. Ausstrahlung ist im Mai!

Mildred Scheel und ihre Pionierleistung

Pioniere

Für den WDR haben wir drei Dokumentationen drehen dürfen, die drei spannende Menschen aus NRW vorstellen. In der Reihe „Doku am Freitag“ werden Mildred Scheel, Heinz Nixdorf und Karl Ludwig Schweisfurth porträtiert. Alle drei haben in bestimmten Bereichen Pionierarbeit vollbracht. Mildred Scheel, die eheamlige First Lady der Bundesrepublik, hat wie keine andere in Deutschland Pionierarbeit für die Krebs-Bekämpfung geleistet.

Jobst Knigge und Peter Wolf haben Scheels Leben und Arbeit für uns dokumentiert. Hier beschreiben sie, wie sich dieser spannenden Pionierin aus NRW genähert haben:

„Ist man in den späten 70er, früher 80er Jahren aufgewachsen, gehörte Mildred Scheel fest zur Stammbesetzung des samstagabendlichen Fernsehprogramms: Sie war die Frau, die stets in der ersten Reihe saß und zum Schluss einen großen Scheck zu Gunsten der Deutschen Krebshilfe überreicht bekam. Und natürlich erinnert man sich an sie als die First Lady, die dieses „Amt“ so geprägt hat, wie kaum eine vor oder nach ihr.

Beschäftigt man sich näher mit der Frau hinter der First Lady und Gründerin der Deutschen Krebshilfe, stößt man auf eine wirklich beeindruckende Persönlichkeit mit einer faszinieren und dramatischen Biografie. Scheinbar ganz selbstverständlich hat sie es geschafft, ihre Vision die Volkskrankheit Krebs zu bekämpfen, zu verwirklichen, ihre Rolle als Politikergattin und First Lady – die sie nur widerwillig innehatte – mit Format und Verve auszufüllen und nicht zuletzt eine gute und fürsorgliche Mutter zu sein.

Dass sie mit gerade einmal 52 Jahren an der Krankheit stirbt, deren Bekämpfung sie zu ihrem Lebensinhalt gemacht, gibt Ihrer Biografie eine tragische Wende. Dass sie ihre eigene Erkrankung dabei zum Tabu macht – etwas was sie öffentlich angeprangert hat – wird zum Widerspruch ihres Lebens, und macht Mildred Scheel nur umso spannender.“

Weitere Infos zu der Dokumentation unter www.wdr.de

Die Dokus sind am
5. Juni (Mildred Scheel)
12. Juni (Heinz Nixdorf)
und 19. Juni (Karl Ludwig Schweisfurth)
jeweils um 20.15 Uhr im WDR zu sehen

Pionierleistungen aus NRW

Pioniere

Für den WDR haben wir drei Dokumentationen drehen dürfen, die drei spannende Menschen aus NRW vorstellen. In der Reihe „Doku am Freitag“ werden Mildred Scheel, Heinz Nixdorf und Karl Ludwig Schweisfurth porträtiert. Alle drei haben in bestimmten Bereichen Pionierarbeit vollbracht. Schweisfurth ist zum Beispiel einer der ersten Bio-Metzger – nachdem er die industrielle Schlachtung bewusst aufgegeben hat.

Matthias Schmidt hat Schweisfurths Leben und Arbeit für uns dokumentiert. Hier beschreibt er, wie er sich diesem spannenden Pionier aus NRW genähert hat:

„Beschäftigt man sich mit Karl Ludwig Schweisfurth, um ein erstes Treffen vorzubereiten, stößt man auf Fotos von einem Herren mit Lodenumhang und Filzhut und Wanderstock, der, umgeben von Schweinen und Hühnern, wie der Eremit vom Berge auf einer Weide steht. Auf einem dieser Bilder ist zu erkennen, dass er an seinem Filzhut einen kleinen Schinken baumeln hat, so wie manche einen Gamsbart tragen. Freundlich schaut er ja aus, aber sicher, denke ich, wird er ein Sonderling sein. Einer, der ausgestiegen ist aus der Tretmühle des Unternehmertums und nun mit seinem Geld Ökolandwirtschaft betreibt. Immerhin, mit diesem Gefühl wählte ich seine Nummer, tut er Gutes statt Autos und Yachten und Uhren zu sammeln. Sein Wandel interessiert mich, ganz professionell, der Neubeginn, der zweifache Pioniergeist, die Fähigkeit, nicht nur fremde Fehler Fehler zu nennen.

Was jetzt folgt, hat man als Journalist nicht gerne und gibt es erst recht nicht gerne zu. Weil Distanz zum Thema unabdingbar ist, so haben wir es gelernt. Ich rufe ihn an, und er, der wohlhabende und mit fast 85 Jahren ja doch nicht mehr ganz junge Mann, sagt spontan, wenn Sie mit der Bahn kommen, dann hole ich Sie in Grafing ab. Das ist dann einfacher für Sie. Es geht auch um mich, wie sympathisch, denke ich, darauf muss man ja erstmal kommen. Und dann führt er mich mit einer Ausdauer, die mich ins Schwitzen bringt, über seinen Hof und durch die Herrmannsdorfer Landwerkstätten, erklärt, schwärmt, lacht und freut sich über die Natur und die Kunstwerke, die überall herumstehen und -hängen, und über glücklichen Tiere und den Geschmack des Fleisches (doch kein Vegetarier, zum Glück), und er ruht in sich und ist zugleich rastlos, und schon wieder denke ich, ja, so willst du auch mal werden. Nicht reich – ja gut, das auch – aber glücklich. Karl Ludwig Schweisfurth ist ein glücklicher Mensch.

Er lädt mich in sein Haus ein, kocht Tee, hört zu, erzählt. Und wenn er Lust auf ein Zigarillo hat, dann raucht er ein Zigarillo. Es wird ein Plaudern, an dem jeder Satz eine Bereicherung ist. Für den Film, natürlich, aber auch für mich persönlich. Schweisfurth erläutert, warum die „Landwerkstätten“ nicht mehr wachsen sollen, weil nämlich permanentes Wachstum der falsche Fetisch sei, und ich denke mir, der muss es ja wissen, das war sein ganzes erstes Leben – Wachstum. Und als ich ihm zugebe, dass ich das schon lange denke, nicht zuletzt, weil ich gelernt habe, dass die Bäume nicht in den Himmel und so weiter, dass ich das aber nur selten sage, weil es – zusammen mit meiner Herkunft ein seltsames Licht werfen könnte, da schmunzelt er und sagt, deshalb mache es halt besser er. Er kann es sich leisten. Es ist ein Gespräch, als kennten wir uns seit Ewigkeiten, dabei könnten wir unterschiedlicher nicht sein. Als er sein Fleischimperium Herta verkaufte, diente ich als Obermatrose bei der Volksmarine der DDR.

Natürlich findet einer wie ich, der vielbeschäftigt ist und zwar ordentlich durchs Leben aber kaum zum Nachdenken über andere Möglichkeiten kommt, es faszinierend, dass Karl Ludwig Schweisfurth mit Mitte 50 (ein bißchen Zeit habe ich also noch) sein Leben noch einmal komplett umgekrempelt hat. Aus dem Unternehmer mit Millionenumsätzen (und -vermögen) wurde ein Bio-Landwirt (mit Vermögen). Er hat es einfach gemacht, denke ich, und schon wieder: ja, das will ich auch. Im Hinterkopf habe ich zwar ständig den Gedanken, dass er es deshalb gemacht hat, weil er es sich leisten kann. Ich könnte es nicht. Aber natürlich ist das Blödsinn, sonst machten es ja alle.

Was man von Karl Ludwig Schweisfurth lernen kann ist etwas, das die wenigsten können: man kann sich verändern, man kann zugeben, dass man etwas falsch gemacht hat und es nun anders und vielleicht sogar besser machen. Das ist es, was er meint, wenn er sagt, man dürfe schon noch wachsen – in der Qualität. Um das zu schaffen, muss man freilich wach sein, muss neue Ideen und andere Meinungen zur Kenntnis nehmen, so wie Schweisfurth seinen Kindern zugehört hat und duldete, dass sie sein Leben als Fleischunternehmer nicht leben wollten. Man muss, wenn man überzeugt davon ist, auch mal gegen den Mainstream schwimmen und es aushalten, weil das ja weder üblich noch gewollt ist, wie ein Sonderling zu wirken.“

Die Dokus sind am
5. Juni (Mildred Scheel)
12. Juni (Heinz Nixdorf)
und 19. Juni (Karl Ludwig Schweisfurth)
jeweils um 20.15 Uhr im WDR zu sehen

Das Excelsior Hotel Ernst im WDR

Excelsior Hotel Ernst

Excelsior Hotel Ernst – Freitag und Samstag im Fernsehen.

Am Fuße des Kölner Doms steht stolz seit mehr als einhundertfünfzig Jahren Kölns Grand Hotel. Das Excelsior Hotel Ernst. Eine Festung der Tradition und des guten Geschmacks. Es ist eines der letzten familiengeführten Luxushotels der Welt. Künstler, Könige, Wirtschaftsbosse und Politiker gehen hier seit Jahrzehnten ein und aus. Bundeskanzler Konrad Adenauer, Kaiserin Soraya, Karl May, die Kennedys und viele andere namhafte Persönlichkeiten haben hier Hotelgeschichte geschrieben.

Die traditionsreiche Luxusherberge ist seit der Gründung eine Kölner Institution, in der sich historische Ereignisse, persönliche Schicksale und unterhaltsame Anekdoten zugetragen haben. Der Film erzählt die facettenreiche Geschichte des Hauses, die auch ein Stück Kölner Stadt- und deutscher Zeitgeschichte ist. 

Während der britischen Besatzung

Das Hotel während der britischen Besatzung 1918

1863 öffnete das Hotel seine Pforten. Das besondere Highlight, was heute wohl eher als Zumutung empfunden würde: eine gigantische Baustelle. Über 600 Jahre nach der Grundsteinlegung bekam der Kölner Dom seine beiden, heute weltberühmten Türme. In der noblen Herberge gegenüber der Megabaustelle saßen damals die Gäste in der ersten Reihe und wurden Zeuge der architektonischen Meisterleistung. Einhundert Jahre später inspirierte der imposante Blick aus dem Hotelzimmer den Künstler Andy Warhol zu seinem berühmten Pop Art-Werk vom Kölner Dom.

Die wilhelminische Fassade des Hauses erzählt heute noch von den Zeiten vor dem Zweiten Weltkrieg, als Köln eine der schönsten Städte Deutschlands war. Im Schutze des mächtigen Doms blieb das Grand Hotel von den schweren Bombenangriffen, die 90 Prozent der Kölner Innenstadt in Schutt und Asche legten, weitgehend verschont. In der jungen Bundesrepublik erstrahlte das altehrwürdige Haus in neuem Glanz, als Köln repräsentative Aufgaben übernahm, die die neue Hauptstadt Bonn nicht leisten konnte. Staatschefs aus aller Welt beehrten die Domstadt. Der Kölner Dom – ein Muss auf der Agenda der hohen Diplomatie. Das Excelsior Hotel Ernst – die passende Bleibe für die hohen Gäste.

Hotel Ernst heute

Das Excelsior Hotel Ernst heute

Bis heute zählt das Excelsior Hotel Ernst zu den ersten Adressen der Welt. Das Grand Hotel durch zwei Weltkriege, politische und wirtschaftliche Krisen zu lenken und gegen die zunehmende Konkurrenz der internationalen Hotelketten zu behaupten, hat die Eigentümerfamilie oft vor große Herausforderungen gestellt. Seit fünf Generationen befindet sich das Excelsior im Besitz der Schweizer Hoteldynastie Kracht, die ihre Wurzeln in Köln hat. Der Liebe wegen verschlug es Ende des 19. Jahrhunderts den Eigentümer Karl Kracht nach Zürich. Doch an ihrem „Kölner Juwel“, wie es Charles Roulet, der heutige Eigentümer und Urenkel jenes Karl Kracht, nennt, hielt die Familie stets fest. Charles Roulet ist stolz auf sein Excelsior und freut sich, dass sich seine Kinder für die Laufbahn in der Hotellerie entschieden haben, um das Haus eines Tages in sechster Generation zu übernehmen.

Der Film ergründet die wechselvolle Geschichte des Grand Hotels und seiner Eigentümerfamilie im Spiegel der Geschichte der Domstadt. Bildstark nimmt die Dokumentation den Zuschauer mit hinter die Kulissen des Hotelbetriebs und beobachtet das bunte Treiben im Haus. Familie, Mitarbeiter und namhafte Gäste blicken auf besondere Ereignisse, schicksalhafte Begegnungen und amüsante Erinnerungen zurück. Historisches Filmmaterial macht die Geschichte des Hotels lebendig und zeigt, wie untrennbar es zum Kölner Stadtbild gehört.

Kölns Grand Hotel – Das Excelsior Hotel Ernst
Freitag, 16. Januar 2015, 20.15 Uhr, WDR
Samstag, 17. Januar 2015, 12.50 Uhr, WDR