Slapstick, Filme und Videogames

Slapstick ist die Kunst des Scheiterns. Das haben wir herausgefunden, als wir Clowns, Komiker, Akrobaten und alle weiteren Humoristen-Gattungen für unsere neuesteDokumentation befragten.

Doch wie scheitert man kunstvoll? Das zeigt Arte am kommenden Mittwoch, 11. März um 21.55 Uhr in unserem Film „Slapstick! Die Kunst des Scheiterns“, bei dem Henrike Sandner Regie führte.

Ein spannendes Interview hat es leider nicht in den Film geschafft, ist aber hier online zu sehen: Der Medienwissenschaftler Gundolf S. Freyermuth erläutert, wie Slapstick in Videospielen aussieht und analysiert, dass Games gerade erst ihre „Slapstick-Ära“ verlassen. Ein spannender und ganz neuer Blick auf das alte Stummfilm-Genre mit den kunstvollen Verlierern.

Interview mit Gundolf S. Freyermuth über Filme, Games und Slapstick from BROADVIEW TV on Vimeo.

Slapstick! Wir öffnen das Tor zum Chaos!

Max Linder

Max Linder

Wir haben mit dem Schnitt für ein neues Arte-Projekt begonnen. Eine äußerst lustige Angelegenheit, selten haben wir am Schnitt-Computer lauter gelacht. Denn unsere Dokumentation heißt nicht nur „Slapstick!“ sondern handelt auch davon. Anhand von Ausschnitten aus über 100 Jahren Filmgeschichte und mit vielen Experten und Komikern wie dem Clown Peter Schub, dem Wallace und Gromit-Regisseur Peter Lord oder Maud Linder, Tochter des großen Stummfilm-Starts Max Linder, finden wir heraus, warum wir eigentlich wann lachen.

Während unserer Recherchen und der Dreharbeiten konnten wir eines ganz klar feststellen: Humor ist eine befreiende aber auch eine sehr komplizierte Angelegenheit. Es ist schwer, herauszufinden, was genau eigentlich lustig ist.

Eines steht dabei auf jeden Fall fest: Slapstick bedeutet Chaos. Torten fliegen in Gesichter, Menschen rutschen aus und fallen tief. Und Chaos ist das Gegenteil der Ordnung, die die Gesellschaft anstrebt. Warum sehnen wir uns danach, in der Kunst das Tor zum Chaos aufzureißen? Harold Lloyd hängt an einer Uhr über einer Häuserschlucht, Charlie Chaplin kämpft gegen eine Industriemaschine, Peter Sellers bringt eine Party zur Eskalation, das Wolfsrudel aus „Hangover“ versucht verzweifelt, die Spuren einer eskalierten Party zu beseitigen. Es ist befreiend, jemanden stellvertretend im Chaos versinken zu sehen, so dass wir uns selbst einreden können, Herr jeder Situation zu sein.

Doch die Schadenfreude ist nur der oberflächliche Reiz der Slapstick. Wir identifizieren uns mit Komikern, die sich mit Witz als David gegen Goliath behaupten. Charlie Chaplins Tramp ist eine solche Figur, genau wie Harold Lloyds Lonesome Luke. Auch Buster Keaton stellt den leidenden kleinen Mann dar. Unvergessene Charaktere aus der Stummfilmzeit, die uns daran erinnern, dass wir permanent auf einem schmalen Grat balancieren. Jederzeit kann eine kleine Schicksalsfügung dazu führen, dass unser Leben aus den Fugen gerät.

Wir hoffen, dass der Schnitt des Films von trotzdem unfallfrei und ohne großes Chaos verläuft. Wir halten euch auf dem Laufenden!