#1913film @arte (5)

1913 vs. 2013 – Waren die Menschen 1913 modischer gekleidet als heute? Oder hat eine Retrowelle den Chic von 1913 etwa zu uns zurück gebracht?

1913 verschwanden die Schnörkel aus der Mode. Sie war von den Umständen der Zeit geprägt. Europa ging dem Ersten Weltkrieg entgegen, der Alltag wurde immer schwerer, Existenzkämpfe nahmen dramatisch zu. Die Kleider passten sich den Zeiten an. Das schlichte, bis zu den Knöcheln reichende Tageskleid dominierte. Es war sehr schmal geschnitten und wurde hergestellt aus dunklen, lange haltbaren Stoffen. Trotz seiner Schlichtheit besaß es aber eine erstaunliche Eleganz. Diesen Stil prägte vor allem die junge Coco Chanel, die damit bis heute die Königin unter den Mode-Designerinnen ist.

Im Kontrast dazu ist die Mode 2013 alles andere als schlicht. Schillernde Metallic-Töne, irisierende Regenbogenfarben, Rosenröcke in glänzendem Gelb und flirrendem Blau, sowie klassisches Silber sind dieses Jahr modern. Überschneidung gibt es bei der Kleiderlänge und –form. 1913 und heute sind eng geschnittene, knöchellange Kleider modern.

Trotz der fortschreitenden Reformbekleidung wurde 1913 immer noch nicht komplett auf das Korsett verzichtet, das den Frauenkörper  zu einer straffen S-förmigen Silhouette formte: Gewölbter Busen, eng gegürtete Taille, betonte Hinterpartie. Rundungen gehören 1913 zum Schönheitsideal.

Wahre modische Quantensprünge hat die Bademode in den letzten 100 Jahren gemacht.
1913 waren schlichte schwarze oder schwarz-weiße Ganzkörperbadeanzüge angesagt – für Männer und für Frauen. Nackte Haut musste verdeckt werden. Heute gilt das Gegenteil: Bademode muss sexy sein und Farben haben, die ins Auge fallen. Safariprints und Aquamarintöne sind 2013 ein Muss am Strand.

Ein Comeback erlebt zur Zeit die Hochsteckfrisur. wie 1913 gilt sie bei bei Abendveranstaltung als muss für jede Dame, die etwas auf sich hält.

Einen noch besseren Eindruck über die Mode des Jahres 1913 bietet unser Film „1913 – Tanz auf dem Vulkan“ am 29. Mai um 20.15 Uhr auf Arte.