#1913film @arte (14)

Franz Kafka

Franz Kafka

In Kafkas Brautbrief vom Januar 1913 an Felice Bauer endet das Paar vor dem Schafott.
Kafka selbst wundert sich: „Aber was läuft mir denn da alles durch den Kopf?“, „Das macht die 13 in der Jahreszahl.“

So läutet Kafka das Jahr 1913 in der Weltliteratur ein: mit einer Gewaltphantasie.

Das Leben und die Werke dieses literarischen Genies sind geprägt vom Zwiespalt, vom ewigen Kampf mit sich selbst und der Selbstkritik. Da gibt es den tyrannischen Vater, den er verabscheut, von dessen Autorität er sich aber doch nie befreien kann. Und da ist seine Beziehung zu Felice Bauer. Er verzehrt sich nach ihrer Liebe, hat aber auf der anderen Seite den Wunsch nach Einsamkeit und künstlerischer Askese, da Felice „den Feind der Arbeit“ darstellt.

An dem Tag als Kafka aus Prag abreisen soll, um Felice zu besuchen und ihr einen Antrag zu machen, – der sechs Wochen später wieder aufgelöst wird – schreibt er noch auf den Umschlag in einen Brief an sie: „ Noch immer unentschieden. Franz.“
Vier Worte, eine Autobiographie.

Mehr zu Kafka, Proust, Musil & Co. Auf Vimeo oder am 29.05.2013 um 20:15 Uhr auf Arte Deutschland.